11/21/11

ZICKZACK



Nimm mich mit nimm mich mit ins Land der Liebe und so weiter... mit diesem Song im Kopf fahre ich die scheißkalte Donau entlang und wünschte mir, dass sich das alles bewahrheitet. Im Endeffekt habe ich Häkelhandschuhe an,Wimperntusche – die sorgfälltig aufgetragen meine Wangen entlang läuft und mich mit dem Wind verlässt. Das Rad hat einen halben Achter. Eine Null also. Genauso wie ich.
Träumend, schön und eigentlich nur in einem Selbsinzenierungszenario will ich um sieben Uhr früh den See erreichen. Um mir Eis zu kaufen oder was auch immer. Ich falle wieder einmal hinein. In dieses Ding, dass – so stelle ich mir vor – nach außen so viel erzählen will. Durch meine Art und Weise mich zu kleiden und trocken traurig zu sein. Irgendjemanden wird es schon auffallen. Und eigentlich will ich ja nur verliebt sein.

Nicht trocken traurig einseitig. Sondern feucht gemeinsam.

Ein alter Mann hebt den Kopf als ich vorbeiradle. Wenn ich in Melancholie schwengle dann rentiert sich das also. Ich fahre weiter.
„Ist der See zugefroren esse ich zwei Eis. Wenn ich den nächsten Baum in vier Sekunden passiere, dann liebt er mich.“ 4.5. er liebt mich also fast.

Sehr gut.

Er ist zugefroren. Am Rand zumindest. Leichte Wellenabdrücke sind im gefrorenen Wasser ganz klar gezeichnet. Halme von irgendwelchen Seegräsern sind vom Eis umrandet. Sie wehen im Wind. Wie bewegliche Stöcke. Ich breche einen ab. Mit dem Halm fühle ich mich nicht so alleine. „Statt einer Zigarette“, denke ich mir, einen Halm haltend beruhige ich mich von der aufwühlenden Fahrt.
Ich zittere noch, von der Kälte oder der Anstrengung. Das Gasthaus sieht echt nicht gut aus. Eis. Ich muss Zwei essen, sonst war der ganze Tag umsonst. Wenn ich jetzt einen Gedanken nicht einhalte, dann ist alles zunichte.
Geschlossen. Winterpause.

Was mach ich jetzt?  Alles umsonst. Nein! „Wenn, hm..“ , denke ich mir. Na. Also echt. Ich muss aufhören mit dem. Wenn ich das mache, dann passiert blablabla.. Das tut mir echt nicht gut. Sich selber Prüfungen auferlegen um mehr von der Welt zu bekommen. Was für ein Zirkus. Ich hab mit mir selbst bestimmt schon so viele Prüfungen gemacht, dass ich mich so gut wie garnicht an eine Einzelne erinnern kann. Naja auf die eben gerade. Aber die habe ich morgen auch vergessen.

Wimperntusche.

Im Glas der geschlossenen Tür sehe ich mein Spiegelbild. Abgesehen von meinen schwarzen verwischten Augen sehe ich sehr gut aus. Ich weiß dass mich Schwermut attraktiv macht. Gott, diese Selbstverliebtheit.
Gut sie zu haben. Aber nicht zu viel. Nur ein bisschen – so viel wie meine Oma hat.

Ich drehe mich um. Gehe zurück zum See denn es zieht mich zum Wasser. Wegen dem Durst. Langsame Schritte. Weißer Atem. Nasser Boden - alles das fällt mir auf. Diese Sehnsucht macht das. Immer das in Gedanken, was einem fehlt.
Mir ist sowieso aufgefallen, dass die engste Beziehung aller Beziehungen auf dieser Welt die mit den eigenen Gedanken sein muss. Ob ergiebig oder nicht. Was auch immer einmal passieren wird. Kein Kopf kann so leer sein, dass nicht einmal mehr Gedanken darin sind. Gedankenlos ist man schnell. Aber für immer? Nein. Ich frage mich ja auch, wie ich meinen Durst stillen kann.
Mich beruhigt der Gedanke. Niemand geht für immer gedankenlos durch die Welt.
Ich geh weiter bis zum Ufer und bleibe stehen. Leicht berühre ich das gefrorene Wasser. Knister. Das Durstgefühl überkommt mich wieder. Da es sehr leicht zu brechen scheint, versuche ich einen kleinen Procken Eis herauszubrechen. Ganz klar und mit weißen Bruchstellen halte ich es in der Hand. „Nicht! Da bekommst du noch mehr Durst“, höre ich meine Mutter in Gedanken. „Ach!“ Sage ich zu mir selber und berühre es genüsslich mit meinem Mund.

Knister.

Was für ein betörendes Geräusch. Langsam lasse ich meine Zunge entlang des kleinen Stückchens Eis gleiten. Lauter kleine Knisterchen sind zu hören. Ich spüre auch, dass sich die Elemente miteinander verbinden wollen. 
Immer. 
Alles will immer Eins werden. 
Sogar Zunge und Eis. Mein Bruder hat, als wir im Winter auf den Schulbus gewartet haben an der Eisenstange der Gartenschauckel geleckt. Als der Schulbus gekommen ist, sind alle Kinder eingestiegen – er nicht. Mein Bruder klebte an der Stange fest und hatte an diesem Tag schulfrei. Ein kalter Schauer läuft über meinen Rücken. Mein Mund wird jetzt ganz taub - vor Kälte. Außerdem sind meine Lippen bestimmt schon ganz blau. Blaue Lippen. Will ja niemand küssen.
Schnell rubble ich mit meiner linken Hand an meinen Lippen. Hoffentlich sind sie wieder rot. Meine schlimmste Vorstellung: Er, der mich nicht küssen will, weil ich blaue Lippen habe.

In meinen Gedanken ist er immer und überall da. Ich stelle mir sogar vor, dass er einfach so aufkreuzt. Irgendwo. Auch da am See. Es sind Vorstellungen in meinem Kopf, da macht er alles für mich. Küsst meine blauen Lippen rot weil er will, dass es mir gut geht. So ist es aber nicht.
Ich bin ganz alleine. Im Moment und sonst auch immer auf mich selbst eingestellt. Manche sagen, das sei die beste Eigenschaft, die ein Mensch haben kann. Wenn man mit sich selbst klar kommt und niemanden zwingend braucht, dann wird man durch diese Freiheit reich. Vielleicht liegt es an der Leichtigkeit die man ausstrahlt und dadurch werden andere angezogen.

Niemand will sich anketten lassen, jeder will sich freiwillig Fesseln anlegen.

Mir fällt gerade auf, dass ich doch nicht so frei bin wie ich mich fühle. Wenn ich mir in meinen Gedanken Prüfungen auferlege und mir ständig Dinge vorstelle, die sowieso niemals passieren werden, dann ist das genauso eine Art des sich selber Einsperrens. Ich weiß auch nicht. Meine Grenzen der Vorstellungskraft und der Bedeutung meiner Gedanken verschwimmen wieder einmal und ich finde mich in der Realität wieder.

An meinen Häkelhandschuhen kleben überall kleine Eisstückchen. Schnell schmeiße ich das abgebrochene Eisstückchen zurück in den See. Beinahe hätte ich auch meinen Handschuh mitgeworfen. Wieder eine starke Verbindung auf dieser Welt, von der ich keine Ahnung hatte.

Zurück. 
Ich muss zu meinem Fahrrad. Schön mintgrün liegt es da auf dieser kotzgrünen Wiese. Das mintgrün ist teilweise schon abgebröckelt, stattdessen hat es rostige Flecken die auch sehr ansehnlich sind. Ich trete hinein, in die Pedale, ich hinterlasse eine tiefe Spur in dem toten Gras und sonst bleibt alles unverändert zurück. Nur meine Gedanken nehme ich mit auf den Weg nach Hause.
Es beginnt zu schneien. Mit offenem Mund  fahre ich fette Zickzack-Linien um Schneeflocken aufzufangen. Ich werde so langsam, dass ich beinahe umfalle. Es ist gerade genauso wie mein Leben verläuft. Zickzack. Niemals gerade aus. Es ist viel mehr einmal dort hinfahren, dann in die andere Richtung. Dabei verschwende ich  überhaupt keine Gedanken, wohin es wirklich geht. Es liegt der Fokus immer bei den Dingen, an denen ich vorbei komme. Das ist auch gut. Ich sehe nur nie, wohin ich schlussendlich fahre.

Nach gefühlten Stunden komme ich zurück in meine Stadt. Diese Brücke signalisiert das für mich. Ich verlasse die Donau und fahre die steile Straße hinauf. Oben bin i so aus der Puste, dass mir nur mehr mein schneller Atem auffällt, doch als all die Autos an mir vorbei fahren, merke ich den Lärm. Er ist so laut und bis vor einer Sekunde ist mir kein Dezibel davon aufgefallen.

Voller Gefühle und voller Erinnerungen radle ich weiter. Ich spüre all die Menschen, die meine Stadt ausmacht. Nur durch sie bin ich zu dem geworden, was ich bin. Niemals wäre ich so voller Melancholie und Vorstellungskraft, wenn nicht diese Stadt und ihe Atmosphäre gewesen wär. Es ist wie im Zirkus. Ich bin gewachsen, je mehr Leute auf mich aufmerksam wurden. Nach einigen Vorstellungen war ich so alleine, dass ich lernen musste mit mir selbst klarzukommen. Viele kommen um zu sehen, wer ich bin und was ich mache. Sie bleiben Besucher und beobachten mich. Manche aber, die trauen sich in die Manege. Voll mit Freude und Liebe mit mir zu Leben und zu sein. Es gibt Tragödien und Erfolge. Dazwischen gibt es nur dieses Zickzack von Dingen und Erlebnissen, doch das Leben endet und beginnt mit einem großen Applaus.
Endlich komme ich  an.

Und dann sitzt er da. Wartend, vor meiner Haustüre mit einer Flasche eiskaltem Wasser in seiner Hand.

LOVING HER WAS LIKE SHAKING HANDS WITH THE DEVIL



A NAME GUESSED IN THE NIGHT
THE ONE LAST WORD OF A DYING MAN
BUT ONE WORD THAT TELLS A THOUSAND STORIES OF A WOMEN WHO LEFT HER MARK ON EVERY MAN SHE MET.
AT MORE TO OFFER A GLAM THE MOST WOMEN GIVE IN A LIFETIME.
KNEW WHAT SE WANTED WASNT TOO PARTICULAR HOW SHE GOT IT.
LOVING HER WAS LIKE SHAKING HANDS WITH THE DEVIL.


10/7/11

BEST COLLECTION F/S 12: SONIA RYKIEL

SONIA. Always the easiest show to look at: http://www.soniarykiel.fr/ . Isn't it amazing how the black line connects the whole collection?





+ Style.com

7/20/11

VILLA EMMA

Once - our little racoon Mr. BRAØSEWEDDÅ lived in a great old house.
His Frauli made some Photoshop Trash with it:
                

MY DEAD PONY





http://www.mydeadpony.com/files/gimgs/5_everythinghappensincircles.jpghttp://www.mydeadpony.com/files/gimgs/5_chestblownwideopen.jpghttp://www.mydeadpony.com/files/gimgs/5_switchbladesoul.jpghttp://www.mydeadpony.com/files/gimgs/5_idlike-to-escape.jpghttp://www.mydeadpony.com/files/gimgs/5_ilockedmyheart-away.jpghttp://www.mydeadpony.com/files/gimgs/4_successthroughfailures.jpghttp://www.mydeadpony.com/files/gimgs/4_isodontcare.jpghttp://www.mydeadpony.com/files/gimgs/3_nothinglefttosay.jpghttp://www.mydeadpony.com/files/gimgs/3_builtinobsolescence.jpghttp://www.mydeadpony.com/files/gimgs/4_apatientlove.jpg
+ My Dead Pony

One of the greatest fashion illustrators in the world is my dead pony.
We don't realy know what to say. But: the lines, compared with perfect words and colours are so unique.
We feel inspired by the work of Raphaël (with two points on the e) from Belgium. We say: Points, lines and whatever in names is great. 

7/8/11

DELUSION ANGELS



Daydream, delusion, limousine, eyelash
Oh baby with your pretty face
Drop a tear in my wineglass
Look at those big eyes
See what you mean to me
Sweet-cakes and milkshakes
I'm a delusion angel
I'm a fantasy parade
I want you to know what I think
Don't want you to guess anymore
You have no idea where I came from
We have no idea where we're going
Lodged in life
Like branches in a river
Flowing downstream
Caught in the current
I'll carry you, You'll carry me
That's how it could be
Don't you know me? Don't you know me by now?



+ before sunset 

SUMMER EDITORIAL

karliekloss2
karliekloss1
karliekloss3
karliekloss4
karliekloss5
karliekloss6
karliekloss7

7/4/11

CATS EYES

Dancing day and night to Cat's Eyes music makes me feel like a Rock'n'Roll Chick. 


6/23/11

NOT JUST A LABEL


Home


+



BRAØSEWEDDÅ is from now on part of NOT JUST A LABEL.

Our little Racoon has a new friend: the little black sheep (we don't know it's name) but it looks - yeah - as black as our Racoon. So what else could there be as a great friendship?

6/7/11

VIENNA FASHION NIGHT




BRAØSEWEDDÅ's next coup is the little Pop Up Store at the Operngasse 8 in 1010 Vienna.
We're looking forward to meet you there:
Opening hours:
June 15th: 19 - 22
June 16th: 8-12:30 and 13:30 to 17:30
June 17th: 8- 12:30 and 13:30 to 15:00